Donnerstag, 28. August 2008

Gwalia

So, bevor ich fuer ein paar Tage nach Perth zurueckfliege, hier nochmal ein Hallo und ein paar neue Bilder.

Die Bilder sind von Gwalia, die Bergarbeiterstadt. Wie ich schon mal geschrieben hatte, ist Gwalia in den 189? gegruendet worden, nachdem Gold gefunden wurde. In den folgenden Jahren zogen immer mehr Leute her, die in der Mine gearbeitet haben.
Leider wurde die Mine 1963 geschlossen, weil es einfach nicht mehr wirtschaftlich war das restliche Gold aus der Erde zu holen. Aufgrund dessen wurde Gwalia als Ort aufgegeben, und alle sind weggezogen - Gwalia wurde zur Geisterstadt und ich bin ein Wochenende mal ein bissel darin herumgegeistert.
Interessanter Fakt - Herbert Hoover, Praesident der USA, war fuer einiger Monate der Minen Manager hier in Gwalia.

Anyway, mir geht es gut und und alles ist super - nicht zu sagen wunderbar. Ich bin gespannt wie Perth aussieht - war ja jetzt volle 8 Wochen nicht dort, und Perth ist grad im Boom. Schoene Gruesse an alle daheimgebliebenen, lasst es Euch gut gehen und passt auf Euch auf!

Gwalia

Samstag, 23. August 2008

Niagara Dam & Kookynie

Am ersten Wochenende das ich in Leonora geblieben bin hat mich Bob auf eine kleine Rundfahrt mitgenommen. Ziel war der Niagara Damm und Kookynie.
Erstmal muss ich hier den Begriff "kleine Tour" defininieren. Ich hab das ganze grad mal in Google Maps nachgeschaut - es waren nur 160km. Fuer australische Verhaeltnisse ist das ein Katzensprung. Nichtsdestotrotz sind wir frueh am morgen los - ich glaub gegen sieben oder acht. Und ich bin gefahren ;)

Unterwegs gabs dann einen Einblick (im wahrsten Sinne des Wortes) in die australische Tierwelt - Kangaroos. Roo's sind sehr aktiv in der Daemmerung und in der Nacht und obendrauf lieben sie anscheinend Licht. So, und was passiert wenn die lieben Roo's an der Strasse stehen und ein Auto (oder schlimmer, ein Roadtrain (ein sehr langer LKW)) kommt vorbei? Genau, wir spingen einfach mal auf die andere Seite. Dumm ist nur, das keiner bremst. Das Ergebnis ist dann ein Roadkill und nicht immer sehr lecker anzuschauen.
Aus diesem Grund haben hier uebrigens alle Autos eine "Roobar" - eine extra Stossstange aus Metal, damit die Roo's besser abprallen und dem Auto nix passiert.

Niagara Damm:
Okay, erstmal - nein ich hab mich nicht verschrieben, das ist australischer Humor, und der Vergleich mit den Niagara Wasserfaellen in Amerika ist beabsichtigt. Aber erstmal der Reihe nach.
Wasser ist in Australien und im Outback sehr selten anzutreffen. Als dann um 1900 das ganze Gold entdeckt wurde, und immer mehr Leute kamen, war die Wasserversorgung das groesste Problem. An dieser Stelle nun existiert ein natuerliches Wasserreservoir - drei Seiten Felsen, und im Fruehlingsregen fuellte sich das ganze. Aus diesem Grund wurde an der vierten Seite ein Damm gebaut, so dass ein See entstehen konnte.

Das Dammprojekt wurde 1902 oder 1903 gestartet. Baumaterial existierte aber nicht, so dass alles, aber auch wirklich alles, per Kamel aus Kalgorlie herangeschafft werden musste - und das sind 190km. Die Kamele kamen uebrigens aus Afganisthan, was ja auch nicht weiter weg ist. Zum Glueck gab es die Eisenbahn, die nach und nach von Kal ausgehend gebaut wurde, sonst haette das Projekt ewig gedauert.

4km neben dem Damm entstand Niagara als Goldgraeberstadt. Niagara hatte zwei Hauptstrassen, und das einzige bemerkenswerte daran - an jeder Ecke wurde ein Hotel gebaut, und jedes Hotel wurde von einer Frau gefuehrt. Nichtsdestotrotz (oder gerade deswegen) hat das nicht viel geholfen. Ein Jahrzehnt (oder auch zwei) spaeter lebte kein Mensch mehr in Niagara - das Gold war alle. Heute kann man nur noch mit viel Muehe die zwei Hauptstrassen sehen.

Zurueck zum Damm. Noch waehrend der Bauphase wurde 15km weiter eine Quelle entdeckt und Kookynie gegruendet, und mit dem Untergang von Niagara ist der Damm nur noch als Touristenort interessant. Wenn es nicht zu lange keinen Regen gibt, kann man im See baden, und das ganze ist auch als Campingplatz eingerichtet - inclusive Grill.
Und woher kommt nun der Name Niagara? Wenn es im Fruehling regnet, enstehen kleine Fluesse und Baeche, und einer dieser bildet dann einen Wasserfall - daher der Name.

Kookynie:
Wie erwaehnt, in Kookynie gibt es Wasser. Was noch viel besser ist - es gab auch Gold! So entstand aus dem Nichts innerhalb eine Stadt mit um die 1500 Einwohnern. Leider gilt das selbe wie fuer Niagara - Gold weg, Menschen weg. Heute ist Kookynie eine Geisterstadt mit einer handvoll Einwohnern und einem Pub. In diesem gab es fuer uns ein Countermeal - das ist Essen (Meal), das man direkt an der Bar (Counter) isst.
Der Pub ist auch ein Hotel und ist ein bisschen historisch eingerichtet. Unter anderem gibt es auch ein Buch mit "Erfahrungsberichten" - ehemalige Einwohner erzaehlen vom Leben in Kookynie, dazu jede Menge Fotos. Sehr interessant.
Anyway, nach Kookynie sind wir dann wieder zurueck. Im Auto wurde es dann warm und zusammen mit der Sonne ist Bob links von mir eingeschlafen, waherend ich am Steuer gesessen und Videos von der Landschaft gemacht habe ;) Um drei waren wir dann wieder in der Mine.

Niagara Dam und Kookynie sind uebrigens, genauso wie Leonora und Gwalia, Stationen auf dem "Golden Quest Discovery Trail" (Entdecke die 'Suche nach Gold' Route). Das ist ein Trail der ueber fast tausend Kilometer von Kalgorlie ausgehend in die Goldfields geht, und alle Orte mit Goldvergangenheit verbindet.

Niagara Dam & Kookynie

Dienstag, 19. August 2008

Unter Tage - Underground

Juhu, Picasa geht wieder. Damit hier ein neues Fotoalbum, als ich unter Tage in der Goldmine war.
Bob hat das ganze fuer Alan und mich an meinem ersten Wochenende hier in Leonora organisiert, viel Spass beim anschauen.

Unter Tage

Sonntag, 17. August 2008

Winter

Willkommen zu einem neuen Bericht - ich bin verrueckt und arbeite an meinen freien Tagen ;)

Es ist mal wieder Freischicht Zeit, und ich bin wieder nicht nach Perth zurueck geflogen, sondern hier in Leonora geblieben (was keiner hier so richtig verstehen kann). Das schoene ist, dass es obwohl rein technisch Winterzeit ist, es tagsueber doch um die 18 Grad oder mehr mit Sonnenschein werden, und so sass ich die letzten zwei Tage in Ruhe vor meinem Zimmer, in Shorts und TShirt, und hab ein bissel Sonne getankt. Am Abend bin ich dann in den Pub - da ich am naechsten Tag nicht zum Alkoholtest muss, kann man ein bissel mehr trinken und muss nicht so sehr aufpassen was den Alkoholkonsum betrifft. Ich habs aber nicht uebertrieben, keine Sorge, ich mach doch keinen Unsinn ;)

Dafuer hat Bob mich heute auf Arbeit geholt, weil er einen kleinen Job fuer mich hatte, so dass ich dann heute alles moegliche mache. Ich werde wahrscheinlich das naechste Mal wieder nach Perth zurueckfliegen - ich muss die Buecher in die Bibliothek zurueckbringen weil ich hab schon ein paar Mails bekommen dass ich zuspaet bin.
Ausserdem muss ich meine Post checken - es ist Steuererklaerungszeit in Australien. Das Steuerjahr geht hier vom 1. Juli zum 30. Juni (also von Winter zu Winter wie in D, nur da der Winter hier im Juni ist, ist dem etwas anders). Meine vier Arbeitgeber muessen mir ein "Group Certificate" austellen, das ist sowas wie eine Gesamtabrechnung - wieviel ich verdient habe, wieviel Steuer sie fuer mich abgefuehrt haben etc. Da ich am Anfang als Nicht-Einwohner besteuert worden bin (ich hatte zwar Steuer im Studium, aber mir faellt grad die richtige Bezeichnung fuers deutsche Steurrecht nicht ein), ich aber lange genug in Perth war um als Steuerinlaender zu gelten, muesste ich jede Menge Steuer zurueck bekommen - gut fuer mich ;).

Leider geht Picasa immer noch nicht, so dass es kein neues Fotoalbum gibt. Dafuer gibt es hier einen kleinen Appetitanreger - Sonnenuntergang im Outback (am Ende des Eintrags) Ansonsten alles Gute nach D, lasst es Euch gut gehen!

Montag, 11. August 2008

No Photos

Eigentlich will ich neue Bilder hochladen, aber ich zum ersten mal Probleme mit Picasa. Ich bekomme lauter Java Script Fehler, und ich kann weder meine alten Fotos sehen noch neue hochladen. Daher muesst ihr leider etwas auf neues Material warten, bis ich eine Loesung gefunden habe.

Samstag, 9. August 2008

Keine Ahnung / No idea

Juhu, ich melde mich mal wieder. Mir geht es gut, ich bin immer noch in der Mine (aber nicht Untertage, sondern im Buero) und ich habe jede Menge Spass. Damit ihr wisst, was ich so den ganzen Tag mache, hier ein kleiner Tagesablauf...

Die Arbeit geht frueh um sechs los, so dass ich 5:10 aufstehe, die Arbeitsklamotten anziehe (Stahlkappenschuhe, Sicherheitsweste, Arbeitshose/hemd). 5:22 geht es zum Fruehstueck (eine Tasse Kaffee und je nach Buffetlage Eierkuchen, Spiegelei oder Ruehrei oder Omelette, Hashbrown, Toast). Dort packe ich mir ausserdem mein Mittagessen zusammen, was meistens in Richtung Salad und Obst tendiert.
Dann geht es in die Mine. Die meiste Zeit sitze ich am Steuer, was lustig ist weil ich halt links fahren uebe. Zum Glueck gibt es hier nicht ganz soviel Gegenverkehr, so dass es nicht schlimm ist wenn ich beim abbiegen oder in der Kurve zu weit nach rechts auf die hier falsche Seite schere.

Jeden morgen wird hier getestet - alle ueber 0 Promille koennen nach Hause gehen und nie wieder kommen. Ich muesste eigentlich auch jeden morgen ran, aber irgendwie falle ich immer durchs Raster.
So, und dann mach ich meine Arbeit, alles moegeliche was so anfaellt. Zwischendurch uebe ich immer mal wieder Autofahren, wenn ich Taxi fuer Flughafen spiele. Ich weiss, klingt nicht toll, aber es macht Spass. Ausserdem bin ich das einzige Maedel auf der Baustelle (aber nicht in der Mine), und ich lerne jeden Tag was neues, geniesse das Wetter (Winter mit 18 Grad und Sonnenschein) und das Leben.

Feierabend ist irgendwann zwischen 5:15 und 5:45, es geht zurueck ins Camp und Abendbrot. Manchmal gehe ich dann mit den anderen in den Pub auf ein Bier, oder wir trinken hier eins im Camp. Irgendwann spaeter geht es ins Zimmer - Dusche, Fernsehen, Licht aus, schlafen. Dabei gehoere ich hier zu seltenen Spezie der Nachteule, bei mir geht das Licht erst gegen neun oder zehn aus, die anderen liegen schon um acht flach. Am naechsten morgen klingelt das Handy dann wieder 5:10 und ein neuer Tag geht los.
Das Handy ist uebrigens im Moment nur als Wecker zu gebrauchen. Leonora ist soweit weg von jeglicher Zivilisation, das ich hier keinen Empfang habe...

Normalerweise wurde ich alle zehn Tage zurueck nach Perth fliegen, ich bin aber die lezten zwei Male hier geblieben, weil ich hab ja keinen Grund nach Perth zu fliegen. An den Tagen schlaf ich etwas laenger, kuemmer mich um die Waesche, lese und tanke etwas Sonne. Oder aber ich arbeite trotzdem, und es gibt immer was zu tun. Das erste Wochenende hab ich ne Rundfahrt mit Bob gemacht, letztes Wochenende war ich zweimal in Kalgorlie (Bilder + Bericht spaeter), so dass es auch nicht langweilig wird.

Leider hab ich mir die letzten Tage wieder eine Erkaeltung zugezogen - es sind halt wieder zwei Monate rum, ist mal wieder Zeit fuer eine. Ansonsten geht es mir super, und ich habe jede Menge Spass - und lerne massig Englisch (manchmal lerne ich sogar Australisch), auch wenn mein Akzent immer noch furchtbar ist. Schoene Gruesse an alle Daheimgebliebenen, lasst es auch gut gehen, passt auf euch auf!

PS: Ich hab gestern Abend mir die Eroeffnungszeremonie in Beijing angeschaut. Ich weiss jetzt nicht ob ihr es gesehen habt, aber habt ihr Euch mal die Kinder angeschaut die die Chinesische Flagge reingebracht haben? Als die Nationalhymne gespielt wurde, standen alle stramm in Reih und Glied, Arm hoch - Himmel, wie vor zwanzig Jahren als Jungpionier auf dem Schulhof "fuer Frienden und Sozialismus" - boah, gruslig.

PS 2: Ich hab erst nach dem schreiben festgestellt wie alt mich das klingen laesst... zwanzig Jahre frueher? omg!